Mit den wachsenden Umsätzen im E-Commerce steigt der Druck auf Banken und Handel, neue elektronische Bezahlmöglichkeiten anzubieten. Das Potential ist enorm: Ein sicheres und zugleich nutzerfreundliches System würde dem Onlinehandel immense Impulse geben. Und für Banken ist es die Chance, mit neuen Leistungen nachhaltig Kunden an sich zu binden. Die Zeit drängt: Die Konkurrenz in diesem Bereich ist groß.

E-Payments: Innovative Online-Bezahlverfahren

Der Begriff E-Payments (Electronic Payments) bezeichnet allgemein Zahlungen über Internet-Bezahlsysteme und gehört somit zum Bereich des E-Commerce. Zu E-Payments zählen Zahlungen über Kreditkarten, PayPal, Mobile Payments wie Google Wallet, E-Money (z.B. Bitcoins), aber auch das elektronische Lastschriftverfahren.
Bisher waren Anbieter wie PayPal, Amazon Payment oder Google Wallet den deutschen Banken im Bereich E-Payments einen großen Schritt voraus. Gemessen an den aktuellen Umsätzen durch E-Payments im Vergleich zum klassischen Zahlungsverkehr mag die Überlegenheit noch nicht bedrohlich klingen. Betrachtet man jedoch die Wachstumsraten des E-Commerce und die damit einhergehenden Zuwächse im Bereich E-Payments, lässt sich feststellen, dass dies der wesentliche Treiber in einem insgesamt relativ saturierten Markt ist.
Unter welchem Druck Banken stehen, macht ein Zitat deutlich: „Banking is necessary – banks are not“ (Bill Gates). Hinzu kommt, dass zunehmend FinTechs in das Kerngeschäft der Banken hinein drängen. Im Jahr 2005 wurde das deutsche Verfahren ‚giropay‘ am Markt platziert. Im Rahmen von ‚giropay‘ hat it-economics eine zentrale Rolle in der Projektleitung und technischen Umsetzung bei einem großen Rechenzentrum übernommen. Seit August 2015 haben die Banken und Sparkassen ihr gemeinsames Projekt ‚paydirekt‘ am Markt platziert. Somit wurde ein Konkurrenzdienst zu Paypal geschaffen, um nicht noch weitere Marktanteile in diesem Wachstumsfeld zu verlieren. Ob sich eine bisher nur nationale Lösung auf Dauer gegen globale Zahlungssysteme durchsetzen kann, muss sich jedoch erst noch zeigen.
Den Banken in die Karten spielt die Umsetzung von SecuRe Pay („Recommendations for the Security of Internet Payments“). Im Rahmen von MaRisk wird diese durch die EZB getriebene Initiative von der BaFin umgesetzt und erlangt somit regulatorischen Charakter. Durch SecuRe Pay werden Mindeststandards an E-Payments gestellt. Konkret bedeutet dies, dass eine zweite Authentifizierung zur Freigabe einer Zahlung gefordert wird, welche die meisten der gängigen Verfahren nicht bieten. „User/Password“-basierte Zahlungssysteme erfüllen bspw. die Anforderungen an diese sog. „Strong Authentification“ bzw. „starke Kundenauthentifizierung“ nicht. Zur Zahlungsfreigabe sind gemäß SecuRe Pay zwei der drei folgenden Merkmale gefordert:

  • Wissensmerkmal (z.B. PIN, Passwort)
  • Besitzmerkmal (z.B. Smartphone, Smartcard, Token)
  • biometrisches Merkmal (z.B. Fingerabdruck, Augenscan)

Die Anforderungen von MaRisk führen zu einer Änderung der Zahlungsprozesse im E-Commerce. Die Banken genießen sowohl im Handel als auch bei den Endverbrauchern ein hohes Maß an Vertrauen hinsichtlich der Sicherheitsaspekte und Abwicklung von Transaktionen. Sie haben bzgl. dieser Themen einen deutlich besseren Ruf im Markt als die Konkurrenz. Daher bietet sich den Banken nun die Chance, mit Instant Payments ihren Marktanteil europaweit auszubauen und mit neuen, innovativen Zahlungsprodukten der internationalen Konkurrenz Paroli zu bieten.
Auch die Vorgaben durch die PSD II sind insbesondere im Bereich des E-Commerce zu berücksichtigen. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema.

„Web 2.0 und soziale Netzwerke – Risiko oder strategische Chance?"

Zusammen mit mehr als 30 Autoren aus den Bereichen Bank, Management- und IT-Beratung, Zahlungsverkehr, Social Media, Wissenschaft und Rechtsprechung haben wir uns der Frage „Web 2.0 und soziale Netzwerke – Risiko oder strategische Chance?" angenommen und das gleichnamige Buch verfasst. Unser Beitrag fokussierte sich auf das Kapitel Online Payments und e-Mandates im E-Commerce.

Unser Leistungsportfolio:

Unser Leistungsportfolio im Bereich E-Payments umfasst folgende Angebote:

  • Wir beraten Sie zu E-Payments und alternativen Einsatzmöglichkeiten.
  • Wir identifizieren gemeinsam mit Ihnen neue Marktchancen mit E-Payments und geben Anregungen für Ihre europaweite Geschäftsentwicklung.
  • Wir informieren Sie gerne über das enorme Potenzial des E-Commerce und die Chancen durch E-Payments.