Die 10 wichtigsten IT-Trends 2021 (Teil 2)

Fünf wichtige IT-Trends konnten Sie bereits im letzten Blogpost lesen. Hier kommen fünf weitere Themen, die 2021 auf der Agenda stehen, und die damit einhergehenden Herausforderungen.

Nummer 6: Security und Compliance

Ständig auf der Top-Liste der CIOs und CTOs: Cyber Security Compliance mit nach wie vor zunehmender Bedeutung.

Die Migration vieler Anwendungskomponenten und Daten bis hin zu ganzen Arbeitsplätzen in die Cloud sowie Unternehmensfusionen, -übernahmen oder vernetzte Ökosysteme mit Dritten machen sowohl die technische Sicherheit als auch die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen zu einer Herausforderung.

Darüber hinaus wachsen Angriffe auf die IT-Infrastrukturen der Unternehmen kontinuierlich: Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen gibt an, im vergangenen Jahr mindestens einmal einem Cyberangriff ausgesetzt gewesen zu sein.

Im Mittelpunkt von Security und Compliance stehen daher a) die Nutzung moderner Sicherheitstechnologien und Monitoring sowie b) die Gestaltung eines unternehmensweiten Risikomanagements. Sog. Response-Teams übernehmen Verantwortung für Prävention und steuern Prozesse im Eskalationsfall.

Spezialisierte Dienstleister bieten umfangreiche Frameworks an, die die Sicherheit härten und viele Tools und Automatismen mitbringen, um Schäden an Daten oder Reputation zu vermeiden.

Standards und Regeln wie die DSGVO, der Prüfkatalog BSI C5 oder die weltweiten SOC-Auditstandards bieten eine gute formale Grundlage für die Prüfung, Umsetzung und Compliance.

Nummer 7: Agile at Scale

Ca. 90% der Unternehmen setzen heute punktuell Agilität ein, aber nur 20% erreichen eine unternehmensweite Reife (Cap Gemini).

Agilität von einem oder zwei prototypischen Teams oder Abteilungen auf das gesamte Unternehmen zu skalieren, ist eine der Spitzenherausforderungen für Management-Teams.

Um eine ganzheitliche agile Organisation zu schaffen, müssen die Praktiken, Werte, Prinzipien und Denkweisen von Lean & Agile über einzelne Teams hinaus angewendet werden – und Bestandteil der Unternehmensphilosophie werden.

Skaliert wird von einem Team über ein Programm mit mehreren Teams bis hin zum gesamten Portfolio.

Die Skalierung auf Portfolioebene ermöglicht es auch, dass mehrere Programme parallel an unterschiedlichen Produkten arbeiten, einschließlich eines umfassenden Lean-Agile-Portfoliomanagements, und sich gleichzeitig an einer gemeinsamen strategischen Vision orientieren.

Die Skalierung auf Geschäftsebene ist die Fähigkeit einer Organisation, sich schnell, produktiv und kosteneffizient an Markt- und Umweltveränderungen anzupassen.

Für die Organisation setzen Unternehmen Skalierungsframeworks ein, beispielsweise SAFe, LeSS oder DAD.

Agile Coaches unterstützen bei der Differenzierung, Auswahl, Umsetzung und Operationalisierung

Nummer 8: IoT

Vernetzte Geräte sind Realität. Das gilt sowohl für den privaten Gebrauch als auch für den industriellen Einsatz. Es stellt sich 2021 nicht mehr die Frage, ob Maschinen vernetzt werden müssen, sondern vielmehr wie.

IoT ist der Türöffner zu neuen Geschäftsmodellen, mehr Daten über Geräte und Nutzer*innen, Automatisierung, Effizienzsteigerung, vernetzte Ökosysteme und vieles mehr.

Verbesserte Sensorik, schnellere Funknetze, leistungsfähigere Plattformen und immer mehr IoT-Standardanwendungen beschleunigen die Machbarkeit und Vielfalt, vom Prototyp über einen MVP bis hin zum agilen operativen System.

Es gibt aber auch Herausforderungen: beispielsweise ist die Hardware-nahe Softwareentwicklung nach wie vor komplex, wenig Talente sind am Markt verfügbar, IoT-Sicherheit hat sehr hohe Anforderungen und nicht zuletzt ist die agile Weiterentwicklung im Bereich von Hardware und Maschinen noch lange nicht vergleichbar mit der von Software oder Prozessen.

Ein Großteil der IoT-Projekte scheitert nach wie vor, Hauptursache: Fehlende Erfahrung, die es auszugleichen gilt. Mein Rat für Innovationen: IoT nicht als Technikthema betrachten, sondern als Kulturwandel und völlig neue Prozesse.

Nummer 9: Talente und Training

IT-Spezialist*innen sind gefragt: Der Digitalverband Bitkom ermittelte Ende 2020, dass in Deutschland 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt sind.

Grund für den Mangel: Digitalisierung, Kulturwandel und neue Geschäftsmodelle in den Unternehmen, quer durch alle Branchen.

Gesucht werden vor allem Softwareentwickler*innen und IT-Architekten, aber auch Anwendungsbetreuer*innen, Projektmanager*innen, Daten-Spezialist*innen und Sicherheitsexpert*innen.

Eine Trendwende ist nicht abzusehen; dabei stellt die Knappheit an Talenten und Know-how einen problematischen Flaschenhals für den Wettbewerb und die Zukunftssicherung der Unternehmen dar.

Engpässe können durch die Zusammenarbeit mit Dienstleistern ausgeglichen, aber langfristig nicht ersetzt werden.

Daher sollten Unternehmen nur Dienstleister wählen, die auch Training, Coaching und Innovationsmanagement anbieten, um auch die bestehenden Teams weiterzuentwickeln.

Nummer 10: Digitalstrategie

77% der Unternehmen haben laut Bitkom mittlerweile eine Digitalstrategie entwickelt; das ist eine Verdoppelung innerhalb von 2 Jahren.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat aber Schwierigkeiten, sie umzusetzen: Probleme bestehen vor allem im Team-Know-how, in der Schaffung und Besetzung von Führungsrollen, in der Veränderung der Geschäftsmodelle, dem Einsatz neuer Technologien (oder der Migration dorthin) sowie dem Kulturwandel und Generationswechsel. Es fehlen auch Best-Practices.

Es mangelt also vor allem an der operativen Umsetzung der Digitalstrategien, und hier sind insbesondere Fachkräfte gefragt, aber auch agile und technische Methoden sowie Investitionen. Dazu kommen die immer komplexer werdenden Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Verarbeitung.

Eine Digitalstrategie definiert Verhaltensweisen, Maßnahmen und die Transformation zur Verwirklichung der unternehmerischen Ziele in heutigen und kommenden digitalen Märkten.

Fazit

Die IT-Trends bilden Realität werdende Visionen und Ergebnisse des technologischen Wandels ab. Trends zu erkennen und zur richtigen Zeit auch in den eigenen Geschäftsfeldern abzubilden sichert die Wettbewerbsfähigkeit, bedient die sich wandelnden Kund*innenerwartungen und ermöglicht Innovationen. Die Hindernisse, darunter beispielsweise Mangel an Talenten, fehlendes Know-how, unklare Strategie oder Zeitdruck lassen sich mit professioneller Unterstützung durch Partner aus dem Weg räumen. Den Kulturwandel in der Digitalisierung müssen Unternehmen aber selbst durchlaufen.

Autor: Bernd Günter, Head of Sales