Geheimnisse erfolgreicher Arbeit: Immer brav? Immer kontrolliert? – Ist das ratsam?

Was zeichnet erfolgreiche Menschen aus? Und was können wir von Ihnen lernen? In dieser Blogpostreihe widmen wir uns Tipps für den Arbeitsalltag, die vielleicht auf den ersten Blick kontraintuitiv wirken, auf den zweiten Blick aber tatsächlich positive Seiten entfalten können, wenn man sie richtig versteht.

Im ersten Teil geht es um Situationen, die jeder von uns schon einmal während der Arbeit erlebt hat: Manchmal reicht eine E-Mail, eine kurzes Telefonat oder ein Kommentar eines Kollegen und man spürt wie die Wut aufsteigt. Was nun? Den meisten unter uns wurde beigebracht, dass man Emotionen eliminieren oder verbergen solle, wenn man effektiv zusammenarbeiten möchte. Professionalität sei emotionslos.

Irrtum.

Laut der Studie von den Experten für emotionale Intelligenz, Henry Evans und Colm Foster, zeigen die erfolgreichsten Teams und Individuen ihre volle Spannbreite an Emotionen.

Dazu zählt auch Wut. Diese ist insofern hilfreich, solange sie kontrolliert verwendet wird.

  1. Wut schafft Fokus. Sobald man wütend wird, tendiert man dazu, sich auf eine Sache zu fokussieren, ohne Ablenkungen. Das, was uns wütend macht, ist das Einzige, was in der Wut zählt.

  2. Wut schafft Selbstvertrauen. Durch den Adrenalinschub werden Deine Sinne geschärt und Zweifel hinweggefegt. Wohldosierter Ärger kann der zündende Funke sein.

Wichtig!!!: Um zu vermeiden, dass Dinge gesagt werden, die man später bereut, muss Zorn kontrolliert werden. Emotionen sollten nicht unterdrückt, vielmehr kontrolliert werden.

Hart in der Sache, sanft zu Menschen. Ein direkter verbaler Angriff auf eine Person verschafft nur kurzweilige Erleichterung und veranlasst die attackierte Person, sich zu verteidigen. Sagt man betreffender Person jedoch, dass man sie schätzt, aber ihr Handeln in einer bestimmten Situation nicht nachvollziehen kann, ist dies nachhaltig effektiver. Du hast Deiner Frustration Ausdruck verliehen und dennoch fühlt sich niemand auf den Schlips getreten. Der Weg ist frei für konstruktive Lösungsfindung.

Wut zur Überwindung von Nervosität und Furcht. Nervosität und Furcht verleiten uns oft zum Schweigen. Falls Du in einer entscheidenden Situation nichts gesagt hast, um einen Kunden bspw. nicht zu verlieren, lässt sich das nicht rückgängig machen. Du kannst jedoch zeigen, dass Du wütend bist. Hierdurch steigt das Adrenalin, wodurch Du aufgeregt, leidenschaftlich und motiviert wirst.

Schritte zur kontrollierten Wut. Viele halten ihre Wut zu lange bei sich und explodieren dann früher oder später. Völliger Kontrollverlust ist jedoch kontraproduktiv. Folgende Schritte helfen vorbeugend:

  1. Sobald Du irritiert bist, denke darüber nach, wie Du Dich fühlst und warum dies so ist. Sage, was Du loswerden musst und zeige etwas Deiner Irritation. Da Du lediglich irritiert und nicht wütend bist, musst Du auch nicht befürchten, Deine Haltung zu verlieren.

  2. Als Nächstes kannst Du Deine Frustration artikulieren, wobei Du stets im Auge behältst, wie Du Dich fühlst. Frag Dich selbst, ob Du Deine Frustration als Waffe oder Werkzeug verwenden möchtest.

  3. Schließlich kommt die letzte Stufe. Verleihe Deinem Zorn Ausdruck während Du ihn kontrollierst. Wenn Du dies tust, darf keinesfalls Dein Zorn Dich kontrollieren.

Sei intelligent, wenn Du verärgert bist. Benenne Deinen Ärger und er wird Dir und Deinem Team helfen, fokussiert zu bleiben.

Zorn ist authentisch. Und Authentizität ist wichtig für großartige Anführer, wie etwa Steve Jobs, Jeff Bezos, Bill Gates oder Larry Ellison.