Daily Scrum News: Jenseits der Drei Fragen

 The Scrum Guide by Ken Schwaber und Jeff Sutherland

The Scrum Guide by Ken Schwaber und Jeff Sutherland

Heute möchte ich auf eine der wesentlichen Veränderungen in der Scrum Guide Version von November 2017 eingehen: Sie betrifft Daily Scrum – das berühmte 15-minütige Development-Team-Meeting, wahrscheinlich das bekannteste Scrum-Element – Sie wissen schon, das mit den drei Fragen. Nun ja, da geht es nicht mehr um die drei Fragen!

Aber eins nach dem anderen. Fangen wir mit ein paar wichtigen Dingen an, die gleichbleiben:

  • Ziel des Meetings: Die Mitglieder des Development Teams gleichen ihre Fortschritte hinsichtlich des Sprint Goals sowie die Tendenz, die Arbeit innerhalb des Sprint Backlogs zu vollenden, miteinander ab. Sie reorganisieren sich, um das Sprint Goal zu erreichen und das erwartete nutzbare Produkt zu vollenden.
  • Der Scrum Master stellt sicher, dass das Development Team das Meeting abhält, aber durchgeführt wird das Meeting vom Team.
  • Das 15-Minuten-Zeitfenster bleibt bestehen.

So weit, so gut. Aber nun zu den beiden grundlegendsten Veränderungen:

  1. Die drei Fragen dienen nur noch als Muster. Während in der Version von 2016 festgehalten ist: „Während des Meetings legen die Mitglieder des Development Teams Folgendes dar: 1. [Gestern], 2. [Heute], 3. [Hindernisse]“, heißt es in der neuen Version: „Die Struktur des Meetings wird vom Development Team festgelegt und kann auf verschiedene Art und Weise durchgeführt werden, solange es sich auf den Fortschritt hinsichtlich des Sprint Goals fokussiert.“ Manche Development Teams benutzen dazu Fragen, andere werden eher eine Diskussion bevorzugen. Hier ein Beispiel, wie das Ganze ablaufen könnte: [Die drei Fragen]. Diese Veränderung steht im Einklang mit vielen anderen Anpassungen, die über die Jahre hinweg vorgenommen wurden und den Charakter von Scrum als einen Rahmen unterstreichen, innerhalb dessen das Team die genaue Ausgestaltung vornehmen kann. Alternative Wege für die Durchführung von Daily Scrum werden bereits seit einiger Zeit in der Community diskutiert, beispielsweise (2011: Walk the Wall ). Die Hoffnung ist, dass diese Änderung die Experimentierfreudigkeit anregt und neue Wege für die Zusammenarbeit im Team aufzeigt.
  2. Andere dürfen am Daily Scrum teilnehmen, solange sie nicht vom Zweck des Meetings ablenken. Die sehr strenge Version von 2016 („Der Scrum Master stellt sicher, dass nur Mitglieder des Development Teams am Daily Scrum teilnehmen.“) ist nun wesentlich entspannter: „Daily Scrum ist ein internes Meeting für das Development Team. Falls andere Personen anwesend sind, stellt der Scrum Master sicher, dass sie das Meeting nicht stören.“ Ich bin sehr froh über diese Änderung, da sie den Product Owner nicht mehr explizit ausschließt. Ich habe schon viele Scrum Teams gesehen, die eine äußerst kooperative und transparente Beziehung zwischen Product Owner und Development Team entwickelt haben, und für die es zwar nicht völlig selbstverständlich, aber doch sehr hilfreich war, dass der Product Owner am Daily Scrum teilnahm.

Meiner Meinung nach stellen diese Änderungen eine echte Verbesserung dar. Der Rahmencharakter von Scrum bedeutet, dass man keinen Regelbruch begehen müssen sollte, um Scrum an den eigenen Kontext anzupassen, sondern dass eher nur ein paar Lücken zu schließen sein sollten. Die Veränderungen von Daily Scrum in der Scrum Guide Version 2017 beseitigen zwei Notwendigkeiten des Regelbruchs und ermöglichen somit mehr Flexibilität, ohne dem Scrum Guide untreu zu werden.

Natürlich interessieren mich Ihre Erfahrungen: Wie führen Sie Daily Scrum durch? Welche Modelle haben Sie ausprobiert, und welche waren ein Erfolg? Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

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