Agiles Management: Das OKR-Framework im Überblick

Durch technologischen Fortschritt, eine kontinuierlich steigende Vernetzung der Weltwirtschaft und immer kürzere Produktlebenszyklen müssen Unternehmen sich ständig verändern und weiterentwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In diesem Zusammenhang ist immer wieder die Rede von Agilität oder agilem Arbeiten als Antwort auf zunehmend volatile Märkte. Agile Methoden machen Arbeitsabläufe deutlich effizienter und in vielen Unternehmen gibt es daher bereits zertifizierte Experten wie Scrum Master oder Product Owner.

Von agilen Teams zum agilen Unternehmen

Schon länger setzen wir deshalb auf agile Arbeitsmethoden wie Scrum, Lean oder Kanban - mit wachsendem Erfolg. Transparenz, regelmäßiges Überprüfen und konsequentes Anpassen der Lösungswege erhöhen deutlich die Effizienz: Die kontinuierliche Optimierung der Vorgehensweise ist fest in allen unseren Teams und Prozessen verankert. In diesem Zusammenhang stellten wir uns die Frage, wie können die Vorzüge agilen Arbeitens auch auf das Management eines ganzen Unternehmens übertragen werden? Wie müssen Steuerungs- und Zielsetzungsprozesse entlang der gesamten Unternehmensstruktur gestaltet werden, damit sich die Vorteile agilen Arbeitens auch im Gesamtunternehmenskontext entfalten?  Unsere Suche führte uns bis ins Silicon Valley, wo wir das OKR-Framework kenne lernen durften und seine Umsetzung direkt vor Ort erlebten.

OKR – Objectives and Key Results

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OKR – Objectives and Key Results – bezeichnet eine agile Management Methode, in deren Mittelpunkt Ziele (Objectives) stehen, denen jeweils messbare Ergebnisse (Key Results – messbare Erfolge) zugeordnet werden. OKR ist eine einfache und effektive Methode, Ziele zu setzen, diese zu synchronisieren und dabei Erfolge messbar zu machen. Im Mittelpunkt des OKR-Frameworks steht ein dreimonatiger, iterativer Prozess in dessen Verlauf Ziele und damit verbundene Schlüsselresultate definiert werden und man ihren Erfolg nachverfolgt. Objectives beantworten dabei die Frage "Where do I want to go?", während Key Results die Frage beantworten "How do I know I am getting there?". Ziele werden auf allen Unternehmensebenen formuliert, wobei sie sich hierarchisch entlang der Unternehmensstruktur, ausgehend von einer gemeinsamen Vision, über den Geschäftsführer, die Teamleiter bis hin zum einzelnen Mitarbeiter ableiten. Die Ziele unserer einzelnen Mitarbeiter und Teams werden dabei nicht vorgegeben, orientieren sich aber an den jeweils übergeordneten Zielen und entstehen direkt im Team oder beim Mitarbeiter. Das daraus resultierende Artefakt ist eine unternehmensweite Übersicht von Zielen, die von jedem einzelnen unserer Mitarbeiter eingesehen werden kann.

Aber welche Vorteile bietet die Nutzung des OKR-Frameworks gegenüber herkömmlichen Zielsetzungssystemen?

  1. Alignment: Jeder Mitarbeiter ist in seinen Aufgaben auf die übergreifenden Unternehmensziele ausgerichtet.

  2. Transparenz: Jeder Mitarbeiter kennt die Aufgaben seiner Kollegen. Ressourcenkonflikte können transparent gelöst und Synergien dynamisch erkannt werden.

  3. Intrinsische Motivation: Jeder Mitarbeiter definiert seine Ziele selbst, weshalb eine starke persönliche Verbundenheit mit den selbstdefinierten Zielen und somit den Unternehmenszielen entsteht.

  4. Fokus: Durch den Fokus auf wenige, aber dafür wichtige Objectives mit jeweils 3 – 4 Key Results pro Einheit rücken wichtige Aufgaben in den Fokus.

  5. Dynamik. Durch kurze iterative Zyklen kann das Unternehmen in seiner Zielsetzung schnell auf Marktimpulse reagieren, wobei mittel- und langfristige Ziele durch hierarchische Struktur der Vision und Jahresziele nicht aus den Augen geraten.

 
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Fazit

Mit OKR existiert eine Managementmethode, die agile Arbeitsmethoden vom Team auf das gesamte Unternehmen überträgt. Dabei bleibt der Prozess schlank und muss für jedes Unternehmen angepasst werden. Trotz der recht kurzen Anwendungszeit bei it-economics lässt sich schon jetzt bemerken, dass OKR die Transparenz fördert, durch Dokumentation und Sichtbarkeit der kurz-, mittel- und langfristigen Ziele des Managements und aller Teams. Durch konstantes Einholen von Feedback mittels Mitarbeiterumfragen wird das Framework intern weiter optimiert und die Ziele immer wieder angepasst. Es wird spannend zu sehen, wie sich die Anwendung über einen längeren Zeitraum beurteilen lässt.