Advanced Software-Architecture – Der Weg zum Certified Professional for Software Architecture (2)

Ende des letzten Jahres berichtete ich von meinen Erfahrungen und Eindrücken des Foundation Levels des „Certified Professional for Software Architecture“ (CPSA) Programms des iSAQB Vereins. Den ersten Blog des neuen Jahres möchte ich nun nutzen um über meinen weiteren Weg zu berichten, der mich letztlich zum Abschluss des Advanced Levels brachte.

Der Advanced Level: Kenntnisserwerb für Software-Architekten

Kompetenzbereiche der CPSA-A Ausbildung:

  • Methodische Kompetenz: Systematisches Vorgehen bei Architekturaufgaben, unabhängig von Technologien
  • Technische Kompetenz: Kenntnis und Anwendung von Technologien zur Lösung von Entwurfsaufgaben
  • Kommunikative Kompetenz: Fähigkeiten zur produktiven Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Stakeholdern, Kommunikation, Präsentation, Argumentation, Moderation

Nach Abschluss des Foundation Levels merkte ich recht schnell, dass mir jetzt die Aufgaben als Software-Architekt klarer waren, dass ich aber die Kenntnisse dafür noch weiter ausbauen wollte. Die Aufgaben eines Software-Architekten sind vielfältig und dafür müssen einige Kenntnisse erworben und vertieft werden.

Hierfür bietet der iSAQB den Advanced Level und da die Inhalte mich neugierig machten, beschäftigte ich mich eingehender mit ihm. Die CPSA – Advanced Level Zertifizierung (CPSA-A) erfordert neben mehrjähriger Berufserfahrung und dem bestandenen Foundation Level auch weitere Kompetenznachweise. Der Nachweis erfolgt durch das Sammeln von „Credit Points“, die in Fortbildungskursen erworben werden können. Hier bietet sich eine breite Auswahl an Themen, wie „Enterprise Architektur“, „Architektur-Dokumentation“, „Flexible Architekturmodelle“, „Soft Skills“, „Evolutionäre Architekturverbesserung“ und einiges mehr. Mit den Fortbildungen müssen insgesamt 70 Punkte gesammelt werden, mind. 10 pro Kompetenzbereich. Welche Punkte es je Fortbildung gibt, ist auf der Homepage des iSAQB zu finden.

Unterstützt von der it-economics GmbH sowie meinen Vorgesetzten und Kollegen ging ich diese neue Herausforderung an. Neben „Soft Skills“ und der „Evolutionären verbessern von Softwarearchitekturen“ beschäftigte ich mich in der folgenden Zeit u.a. auch mit „Domain Driven Design“ und „Serviceorientierten Architekturen“. Die jeweils mehrtägigen Kurse vermittelten mir die Themen Praxisnah und ich gewann schnell Wissen welches ich auch direkt in meinem Projekt Alltag einsetzen konnte. Darüber hinaus ist auch der Austausch mit den anderen Teilnehmern und den Trainern sehr spannend gewesen da immer verschiedene Erfahrungslevel aufeinandertreffen und es sich gut über verschiedene Lösungsansätze aus der Praxis diskutieren lässt.

Nachdem ich alle Voraussetzungen für den CPSA-A erfüllt hatte (CPSA-F, Berufserfahrung, Credit-Points), widmete ich mich der abschließenden großen Herausforderung zur Erlangung der Zertifizierung: Der Prüfungsaufgabe in Form einer Hausarbeit. Diese muss innerhalb von 3 Monaten bearbeitet werden. Auf die Details meiner Aufgabe darf ich an dieser Stelle nicht eingehen, nur so viel: In meiner Lösung beschrieb ich ein Web-basiertes Informationssystem als Software-Architekt einer fiktiven Firma. Wie das aussehen kann, sieht man z.B. in der offiziell freigegebenen Beispielaufgabe.

Die Bearbeitung der Aufgabe war für mich wesentlich zeitintensiver als ich zu Beginn geschätzt hatte. Die mindestens veranschlagten 40 Stunden zur Bearbeitung überschritt ich sehr schnell. Recherchen für einzelne Details, Rückfragen an die Prüfer und das Einarbeiten der Antworten waren aufwendiger als geplant. Doch nach einer arbeitsintensiven Zeit war es schlussendlich soweit, ich verteidigte meine Ausarbeitung telefonisch und am Ende des Gesprächs wurde mir bestätigt, dass ich den Advanced Level bestanden habe.

Zertifizierungszahlen

Ende 2017 liegt die Anzahl der Advanced Prüfungen beim iSAQB insgesamt bereits bei über 100. Die Anzahl der Prüfungstermine pro Jahr steigt stetig, was zeigt wie attraktiv die Zertifizierung für Firmen und Angestellte ist.

CPSA-A und wie es weiter geht

Mit dieser Prüfung endet für mich vorerst der Zertifizierungsweg beim iSAQB Verein. Ein Expert Level ist angedacht aber noch nicht verfügbar.

Mir und vielleicht auch dem Leser stellt sich an dieser Stelle aber zuerst die Frage, was mir die zeitintensive Vorbereitung und der Abschluss des Advanced Levels gebracht hat. Durch den Lehrplan habe ich viel über verschiedene Software-Architektur Ansätze sowie Grundlagen von Kommunikation und Planung gelernt und vertieft. In den von mir gewählten Fortbildungen konnte ich zusätzlich zum Wissenserwerb auch von den Erfahrungen der Trainer profitieren. Gerade diese Erfahrungen sind viel wert, da sie sich sonst kaum in dieser kurzen Zeit sammeln lassen. Besucht man nur die Fortbildungen kann man das auch erleben, allerdings geht ohne die zusätzliche Prüfungssituation der Hausarbeit der Grund zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem vermittelten Wissen verloren. Deshalb war der CPSA-A für mich eine super Entscheidung. Auf dem Weg zum Abschluss konnte ich mein Wissen von Software-Architekturen, Planung, Kommunikation & Verteidigung von Architekturentscheidungen vertiefen und ausbauen. Durch die Vorgaben des iSAQB Lehrplans geschah dies in einer strukturierten Form.  Aus meiner Sicht ein großer Vorteil gegenüber dem reinen Selbststudium, da ich das erworbene Wissen nachweisbar auch im Zuge der Hausarbeit einsetzen und verteidigen musste. Darüber hinaus ist der CPSA-A im Vergleich zum Foundation Level noch ein selten anzutreffender Zertifizierungsgrad (siehe Kasten). Zumindest bei it-economics wird sich dies aber ändern, denn schon jetzt folgen mir ein paar Kollegen auf dem beschriebenen Weg.

Ein Dank an die it-economics GmbH, die mir diesen Weg ermöglicht hat und an die Trainer und Prüfer, die mir mit ihrer Erfahrung neue Sichtweisen eröffnet haben und mit denen ich spannende Gespräche führen konnte:  Dr. Gernot Starke, Dr. Peter Hruschka, Kim Nena Duggen, Oliver Wolf, Dr. Carola Lilienthal, Gerrit Beine, Frank Pientka, Henning Schwentner und Jörn Koch.

Einen guten Start ins neue Jahr wünscht
Steffen Kleeberg

Certified Professional for Software Architecture - Advanced des iSAQB
(iSAQB CPSA-A)

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