Atlassian Confluence Plugins, Extensions, Makros: the good, the bad and the ugly #1

Mit einer blanken Confluence-Installation kommt auch eine Grundausstattung an Funktionalitäten für den Editor. In der aktuellen Version 6 ist der Editor stabil und zickt allenfalls bei simultanen Bearbeitungsversuchen aus verschiedenen LANs. Das mag ein Feature sein, das Atlassian noch bereuen könnte, denn die Lösung ist alles andere als trivial.

In Confluence ist es ein bisschen wie mit aufgedunsenen Office-Paketen: 95% der Funktionen, Optionen und Integrationen… braucht kein Mensch und doch sind sie da.

Doch mit dem Essen kommt der Appetit: je mehr Confluence als geduldiges Regal für mehr und mehr Seiten und Informationen eingesetzt wird, je profunder die Kollegen damit umgehen, umso eher werden auch 'more sophisticated' Features vermisst werden.

Bei der Tabellenbearbeitung und vor allem dem Handling grosser Tabellen stossen die Bordmittel des eingebauten Tabelleneditors schnell an Grenzen. Dafür ist Confluence auch nicht gemacht, könnte man fairerweise sagen. Es ist eben keine Tabellenkalkulation sondern ein übersichtlicher Editor.

Confluence Plugin Evaluation

Startseite des Atlassian Marketplace

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Wir haben uns vor unserem upgrade auf Version 6 und am Rande eines Hack-Weekends eine wachsende Menge Plugins, Extensions und Makros angesehen. Um die dreissig machten es auf die Longlist, knapp fünfzig drehten wir intensiver durch die Mangel. Die Jury bestand ausgewogen aus den natürlichen Gegenspielern jeder Sonderlocke an produktiven Systemen. Während Admins am Allerliebsten alles so lassen wie es aus der Schachtel kommt (»Erweiterungen? Nur über meine Leiche.«) will der ambitionierte, wagemutigere Nutzer die täglich erlebten Einschränkungen nicht klaglos hinnehmen.

Der Atlassian Marketplace ist der erste und einzige Startpunkt: was das naive Anwenderherz begehrt gibt es hier zu haben — von sinnfreien Makros bis zu dicken Paketen und kaum übersehbarem Funktionsumfang.

Wie also gingen wir vor, welche Kriterien legten wir an?

Die Admin-Fraktion legt verständlicherweise grossen Wert auf laufenden Support und verbriefte Kompatibilität zur jeweils aktuellsten Version. Wesentlich ist auch das Verhalten bei Upgrades der Instanz und was mit den Nutzdaten geschieht, wenn ein Plugin aus welchen Gründen auch immer wieder deinstalliert wird. Was auf keinen Fall geschehen sollte ist, dass Nutzdaten (also die von Nutzern eingegebenen Informationen) bei Abwesenheit des Plugins nicht mehr verfügbar und damit wertlos sind. Die Historie und der Versionsstand war ein weiteres, ebenfalls eher weiches Kriterium: wie lange 'lebt' die Erweiterung schon, hat sie eine Geschichte und wie oft wird es geladen? Bei einem langlebigen Plugin war die positive Unterstellung, dass viele Menschen selten allesamt irren — ein junges Plugin mit geringer Versionsnummer war jedoch kein Show-Stopper.

Aus Nutzersicht achteten wir zudem auf die Kommentar-Threads auf dem Marketplace: kann man aus den Wortmeldungen erahnen, dass ein Plugin doch nicht ganz tut, was es verspricht? Werden defects angenommen und zügig behandelt? Gibt es Erwähnungen von kreuzweisen Inkompatibilitäten mit anderen Makros oder Plugins? Können Plugins nested werden, also einbeschrieben in andere? Ist die Dokumentation vorhanden und verständlich? All das sind wertvolle Hinweise.

Wir setzten dann eine Confluence-Instanz auf einem Docker auf und konnten die Plugins live und schadlos für das Produktivsystem testen. Überstanden die Plugins auch diese Stufe, dann vergaben wir ein Rating. Ein weicheres Kriterium war, wie und ob sich das Plugin bei der mobilen Seitennutzung schlägt: ist Funktionalität verfügbar, reduziert oder deaktiviert? Nicht ausschlaggebend war für uns, ob das Plugin editiert werden kann, da wir diesen Use Case in unseren Nutzungsszenarien kaum wiederfanden.

Insgesamt ergibt sich unsere Beurteilung nicht aus einer mathematisch scharfen Kalkulation, sondern spiegelt eher den Wert des gefühlten Nutzens wieder. So füllte sich die riesige Tabelle schnell, ein Vier-Augen-Prinzip half dabei, subjektive Bewertungen ein wenig zu normalisieren.

Beim Umgang mit der größer werdenden Tabelle zeigte sich schnell: als Erstes muss ein Tabellen-Plugin her. Wie wir dabei vorgingen und welches wir schlussendlich auswählten, lesen Sie in der nächsten Folge.