Payments Konferenz in Frankfurt

Am 16. November 2016 fand die Payments Konferenz im Rahmen der 19. Euro Finance Week statt. Im Mittelpunkt standen Instant Payments und PSD2, die in nächster Zeit starke Auswirkungen auf den Bankensektor haben. Auch die it-economics GmbH hat sich an dieser Konferenz beteiligt. 

Das Zahlungsmittel der Zukunft: Instant Payments

Im Rahmen der Konferenz wurden die Teilnehmer über die Bedeutung von Instant Payments für den zukünftigen Zahlungsverkehr befragt, was zu folgender Einschätzung führte:

Abwicklung von Instant Payments

Nutzung von Instant Payments

Instant Payments ist eine Herausforderung 

Die wichtigsten Erkenntnisse der Konferenz knapp zu zusammengefasst:

  • In den vergangenen 20 Jahren ist die Entwicklung in der Bankenbranche im Vergleich zu anderen Branchen relativ langsam voran geschritten. Der Bankensektor muss mit seinen Kunden schritthalten, die eine Echtzeitverarbeitung im Zahlungsverkehr erwarten werden.
  • Instant Payments gilt heute als angebotsgetriebenes Produkt. Aktuell scheint  besonders im Privatkundensegment kein Bedürfnis für Instant Payments zu bestehen. Wie kann ein Verbraucher aber etwas vermissen, dass er noch nicht kennt?
  • In Europa ist das Zahlverhalten sehr divergent. Die Harmonisierung der Kartenzahlungen ist nicht weit vorangeschritten. Des Weiteren ergibt sich ein immer stärkerer Preisdruck im Zahlungsverkehr am Point-Of-Sale (POS). Bei Instant Payments am POS sind im Gegensatz zu heutigen Kartenzahlungen weniger Akteure beteiligt. Das Verfahren kann daher kostengünstig angeboten werden.
  • Besonders wichtig ist es bei den neu zu entwickelnden Instant Payments-Verfahren auf die Interoperabilität der unterschiedlichen europäischen Verfahren zu achten.
  • Ein Instant Settlement über Target erscheint derzeit nicht realistisch. Über das Target-System werden derzeit 70 Mio. Transaktionen pro Jahr abgewickelt. Damit ein Instant Settlement über Target realisiert werden kann müssten bis zu 90 Mio. Transaktionen abgewickelt werden.

Die Einschätzung der PSD2 sind sehr unterschiedlich

Auch zum Thema PSD2 wurden die Konferenzteilnehmer befragt:

PSD2: Chance oder Belastung?

Anzahl der Zugriffe pro Tag über Zahlungsauslöse- und über Kontoinformationsdienste bis Ende 2018

PSD 2 ist kein reines Compliance Thema

PSD2 ist ein regulatorisches Erfordernis mit zunächst mehr Kosten als Nutzen. Unter den Experten herrscht jedoch keine einheitliche Meinung, was für Konsequenzen mit der PSD2 auf den Markt zukommen. Trotzdem wird mittlerweile die PSD2 nicht mehr als reines Compliance-Thema angesehen. Da der Zahlungsverkehr für den Kunden umsonst ist, spielt die Auswertung von Informationen eine immer wichtigere Rolle. Die Banken müssen lernen weitere Teile der Wertschöpfungskette für sich zu heben, haben aber dann aufgrund der Ihnen bereits vorliegenden Daten einen großen Vorteil zu allen anderen Branchen.

Noch völlig offen sind in den bisherigen Regularien die Business Rules für komplexere Fälle, wie beispielsweise die Abwicklung von R-Transaktionen. 

Guter Rahmen, interessante Diskussionen und neue Ideen

Insgesamt bot die Payments Konferenz in Frankfurt einen guten Rahmen, um über die Themen

  • Instant Payments und
  • PSD2

zu diskutieren und sich auszutauschen. Die Diskussionen eröffneten neue Blickwinkel und insbesondere der Blick nach Österreich und in die Schweiz war für die Teilnehmer eine neue Perspektive.