Bridging Gaps – Connecting People – Die REConf 2015 und unser Vortrag über den Anforderungsmanager in agilen Großprojekten

Die REConf ist die größte Konferenz zum Thema „Requirements Engineering“ im deutschsprachigen Raum. Nachdem wir im letzten Jahr mit unserer Fokus-Gruppe Requirements Engineering innerhalb der it-economics richtig durchgestartet sind, war diese Konferenz natürlich Pflicht – zumal sie auch noch in München stattfand. Die Kür für uns war allerdings, dass wir bei der Konferenz direkt mit einem Vortrag im Track „Agile“ angenommen wurden.

Leider konnte ich am ersten Tag der zweitägigen Konferenz aufgrund unserer aktuellen Projektsituation nicht teilnehmen. Umso mehr freute ich mich auf den zweiten Tag. Dieser begann mit der Keynote von Niels Pfläging, Autor, Berater, Business-Speaker und selbsternannter „Management-Exorzist“. Er erläuterte, warum unsere heutigen Organisationen bürokratisch und ineffizient sind und daher eigentlich ins Museum gehörten. Vieles davon kam einem irgendwie bekannt vor …  Zudem zeigte er auch, wie – seiner Meinung nach – eine moderne Organisation aufgebaut werden sollte. Mit weniger Management-Entscheidungen und mehr eigener Verantwortung sowie mehr direkter Kommunikation mit dem Kunden. Weniger „carrot and stick“ und mehr auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter vertrauen. Ein toller Vortrag, mit dem sich viel mehr Manager auseinandersetzen sollten.

Im Anschluss an die Keynote schloss sich bereits unser Vortrag über den „Anforderungsmanager in agilen Großprojekten“ an. Inhaltlich ging es in dem Vortrag darum, die Vorteile des klassischen Anforderungsmanagers mit denen des Product Owners zu kombinieren, um das Beste aus zwei Welten zu vereinen. Also die Planung und die Gründlichkeit aus dem Anforderungsmanagement mit der Agilität und der Eigenverantwortung des Agilen zu kombinieren, um so bessere Projektstrukturen zu schaffen. Aus meiner Sicht haben wir mit dem Thema sehr gut den Nerv der Zeit und der Konferenz getroffen. Bei Interesse können wir übrigens den Vortrag auch bei Ihnen gerne nochmals halten oder darüber diskutieren.

In der anschließenden Mittagspause hatte ich Gelegenheit zu einigen interessanten Gesprächen mit anderen Teilnehmern über Erfahrungen mit der Einführung eines strukturierten Requirements Engineering, die Rolle des Anforderungsmanagers in Projekten und seine Wahrnehmung, als auch über den Wandel in Richtung agiles Vorgehen. Tatsächlich finde ich diesen Erfahrungsaustausch zwischen den Vorträgen mit am Interessantesten auf den Konferenzen. Die Zeit für die Raumwechsel war dabei oft etwas kurz, so dass ich einige Male erst etwas später zu den Vorträgen erschien – nette Gespräche bricht man halt nur sehr ungern ab …

Von den weiteren Referaten an diesem Tag war für mich vor allem noch der Vortrag über das Aufsetzen eines dezidierten Requirements Engineering Tools auf Basis von Jira & Confluence (beides Atlassian-Produkte) interessant. Jira unterstützt vor allem Ticketing und Workflow, Confluence entspricht eher einem Wiki. Die Kombination beider Produkte – ergänzt um einige Anpassungen – zu einem RE-Tool ist bei uns im Hause ebenfalls in der Umsetzung. Hintergrund ist, dass wir uns nicht nur verstärkt mit Anforderungsmanagement befassen, sondern auch eine Atlassian-Partnerschaft pflegen.

Die Abschluss-Keynote von Udo Wiegärtner zum „Club der toten Teams“ war wiederum ein Highlight der diesjährigen REConf. Ein unterhaltsamer Streifzug durch verschiedene Management- und Motivations-Methoden angereichert mit eigenen Erfahrungen – die einen Vortrag immer erst wirklich lebendig und unterhaltsam machen.

Mein Besuch auf der REConf wird sicher nicht mein letzter gewesen sein. Interessante Vorträge, jede Menge interessante Gesprächspartner sowie ein ansprechendes Umfeld haben viel Spaß gemacht und tatsächlich die Teilnehmer verbunden und Brücken geschlagen.

Und wenn wir ein spannendes Thema haben, werden wir uns sicher auch im nächsten Jahr wieder mit einem Vortrag bewerben. Und vielleicht trifft man sich ja auf der RECOnf 2016 …