GWT.create 2013 – Vaadin- und GWT-Konferenz

Nachdem es lange Zeit still um GWT (Google Web Toolkit) geworden war, nutzte Vaadin die Vorweihnachtszeit, um nach San Francisco und Frankfurt zur „GWT.create 2013“ einzuladen. Die Veranstaltungen waren jeweils auf zwei Tage angelegt, an denen einige sehr interessante Vorträge geboten wurden. Diese gingen detailliert auf das GWT-Umfeld ein, beschäftigten sich aber auch mit der Zukunft von GWT und damit auch mit der Zukunft der auf GWT basierenden Frameworks.

Über 600 Entwickler besuchten die beiden Veranstaltungen, und als Vertreter von it-economics gesellte ich mich zu den gut 400 Entwicklern, die in Frankfurt anwesend waren.

Tag 1 – Das Google Web Toolkit (GWT)

Der erste Konferenztag stand ganz im Zeichen des GWT. In der Keynote von Ray Cromwell (Google) wurde primär die Zukunft von GWT vorgestellt. Version 3.0 soll volle Java8-Unterstützung bieten und damit u.a. die Nutzung von Lambda Notation unterstützen. Dieser Aspekt ist sehr interessant, da damit unnötiger Code weitestgehend vermieden werden kann:

 

Abbildung 1: Button-Definition ohne Lambda (Quelle: [1])

 

 

Abbildung 2: Button-Definition mit Lambda (Quelle: [1])

GWT 3.0 soll ca. Mitte 2014 erscheinen und wird noch weitere Features beinhalten. Welche dies sein werden, wird jedoch erst in den nächsten Monaten final festgelegt. Jetzt steht erst einmal Release 2.6 vor der Tür.

Die wichtigste Nachricht an alle Anwesenden war, das GWT nun wieder aktiver weiterentwickelt wird und so schnell nicht aufgegeben werden soll. Die Vorstellung zweier neuer Google-Projekte auf Basis von GWT (Google Shopping Express und Google Sheets) unterstrich dieses Engagement.

Nach der Keynote begannen die regulären Vorträge, bei denen ich mich auf die Vorträge mit Bezug zu Vaadin und die zugrundeliegenden Technologien konzentrierte. Des Weiteren wurden der sogenannte „Super DEVMode“ und die Tücken des JavaScript Debuggings vorgestellt.

Auch Testmöglichkeiten mittels GWTMockito sowie die Entwicklung von Mobilen GWT-Anwendungen mit Phonegap und mGWT kamen in den Vorträgen nicht zu kurz.

Der Tag schloss für mich mit einem Vortrag von Daniel Kurka (Google) mit dem provokativen Titel „Why JavaScript sucks, but we still love it!“. Hier wurden scheinbar unlogische Verhaltensweisen von JavaScript vorgestellt, die jedoch einen (größtenteils) logischen oder in der Art der Typerkennung in JavaScript begründeten Hintergrund haben.Ein Beipiel:

 

3>2--> true  ,  2>1 --> true,  3>2>1 --> false

Abbildung 3: Fragen? Siehe [2]

 

Tag 2 – Das GWT-Ökosystem, Vaadin und Co.

Am zweiten Tag standen Frameworks, die GWT nutzen, im Mittelpunkt. Eine Auswahl davon wurde in der Keynote nochmals vorgestellt, darunter Errai, GXT, GWTP und Vaadin. Zudem wurde der Future-of-GWT-Report-2013 vorgestellt, der die Nutzung von GWT in unterschiedlichen Szenarien beleuchtet. Er basiert auf Antworten von GWT-Entwicklern und gibt damit ein gutes Bild der aktuellen Situation und eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen [3].

Da mich besonders das Vaadin-Framework interessiert, besuchte ich im Anschluss an die Keynote die entsprechenden Vorträge. Diese gingen auf die Grundlagen von Vaadin ein und zeigten, wie leicht mit dem Vaadin-Framework interessante Web-Anwendungen entwickelt werden können. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf hybride Client-Server-Anwendungen und auf mobile Anwendungen gelegt.

Zwar gingen die Vorträge technisch nicht sehr in die Tiefe, sondern zeigten nur allgemein die Möglichkeiten auf; sie waren jedoch sehr gut aufbereitet und gaben damit auch Vaadin-Neulingen einen guten Einblick.

Die Vorträge waren sehr gut besucht, und Gesprächen war zu entnehmen, dass einige Teams bereits daran arbeiten, von reinem GWT auf Vaadin umzusteigen. Der Aufbau der Vorträge kam dementsprechend sehr gut an und das Vaadin-Framework hat damit sicher einige neue Unterstützer und Entwickler gewinnen können.

Zum Abschluss besuchte ich einen Vortrag über barrierefreie Websites und Webanwendungen und wartete dann gespannt auf den letzten Programmpunkt: Die anwesenden Mitglieder des GWT Steering-Komitees stellten sich den Fragen der Konferenzteilnehmer.

Diese Möglichkeit wurde ebenfalls sehr gut angenommen. Es gab u.a. viele Fragen zur Zukunft von GWT, zu einzelnen Features und zu den Möglichkeiten, die Compile-Zeit zu verbessern.

Zukunftsaussichten

Insgesamt war die GWT.create für mich eine gelungene Veranstaltung. Nicht nur weil es viele interessante Vorträge gab, sondern auch da die Veranstalter und das GWT Steering-Komitee deutlich machen konnten, dass für sie GWT noch lange nicht zum alten Eisen gehört und dass an dessen Zukunft gearbeitet wird.

Da mich Vaadin und damit auch GWT in meinem aktuellen Projektumfeld tagtäglich begleiten, war dies für mich besonders interessant. Auch wenn es etwas dauern wird, bis alle Neuerungen im Projektgeschäft angekommen sind, bin ich doch bereits gespannt auf einige der oben genannten Verbesserungen.

So sehe ich z.B. in der Lambda Notation großes Potenzial, den Javacode kleiner zu gestalten. Und dank beschleunigter Compiler kann in größeren Projekten kostbare Zeit gespart werden.

Da das Vaadin-Framework von einigen dieser Neuerungen profitieren kann und auch selbst weitere, verbesserte Komponenten erhalten wird, freue ich mich darauf, diese mit Vaadin 7.2 nutzen zu können. Mit dieser Version steht 2014 bereits ein weiterer Meilenstein bevor.

Links, Quellen, weitere Informationen:

[1] Folien GWT.create Keynote San Francisco – Link: http://www.slideshare.net/cromwellian1/gwtcreate-keynote-san-francisco

[2] Erklärung: 1 = true ; 3>2 = true ; damit wird true > true verglichen, was natürlich nicht stimmt

[3] Future-of-GWT-Report-2013 LINK: https://vaadin.com/gwt/report-2013