it-economics auf der Dreamforce 2013

Abgesperrte Straßen, mit hellblauen Plakaten und Salesforce-Logo verzierte Häuser, tausende Menschen mit Salesforce-Werbegeschenken: All das führt zu einem Ausnahmezustand in der kalifornischen Großstadt San Francisco. Es ist Dreamforce-Zeit, und it-economics war dieses Mal vor Ort.

Bei der Dreamforce 13, die von 18.11.2013 bis 21.11.2013 stattfand, wurden insgesamt 120.000 Besucher erwartet und 1.833 Vorträgen angeboten. Neben den Vorträgen konnte man auch die Messe CloudExpo besuchen, bei der Salesforce-Partner und andere Firmen ihre Lösungen rund um Salesforce vorstellen konnten. Um dieser großen Konferenz Platz zu bieten, wurden kurzerhand das Moscone Center in San Francisco und weitere umliegende Gebäude von Salesforce unter Beschlag genommen.

[basiert auf http://de.slideshare.net/Salesforce/dreamforce-20campus-map]

Salesforce Sessions

Die Vorträge standen schon weit vor Konferenzbeginn fest und umfassten technische Themen, Marketing-Themen, Customer Service Themen und Salesforce Roadmaps. Diese Sessions konnten im Voraus gebucht werden, und ein QR-Code auf der Dreamforce-Eintrittskarte diente als Bestätigung. Leider hatte ich die ersten beiden Tage Pech und mein QR-Code funktionierte nicht wie gewünscht. Aber das war kein Problem, da vor allem bei technischen Vorträgen immer ein Platz frei blieb und man so über eine Warteliste doch noch in den Genuss des gewünschten Vortrags kam. Bei Vorträgen zur Roadmap von Salesforce-Produkten ging das hingegen nicht so einfach.

Allgemein kann man anhand der Vortragsbeschreibung nur schlecht einschätzen, ob es sich hauptsächlich um eine Werbeveranstaltung der vortragenden Firmen oder um tatsächliche Wissensvermittlung handelt. Mein Tipp: Vorträge, bei denen man gleich am Anfang merkt, dass sie nicht zum eigenen Interesse passen, schnell verlassen und kurzfristig andere Sessions besuchen. So habe auch ich die interessanteren Vorträge eher zufällig im Vorbeigehen gefunden. Ich hatte meinen Schwerpunkt auf Salesforce-Integrationsthemen gelegt; also neue Möglichkeiten, auf Salesforce-Daten zuzugreifen, für Salesforce Daten bereitzustellen oder Salesforce in eine bestehende Systemlandschaft einzubinden. Vor allem durch unseren Projektauftrag bei Autoscout 24 fand ich dieses Thema interessant. Auf der Dreamforce konnte ich unsere Methodik mit den Best Practises anderer Salesforce Dienstleister abgleichen und neue Anregungen gewinnen, wie zum Beispiel die Verwendung von OData Konnektoren. Für dieses Protokoll gibt es schon ein paar Java-Bibliotheken, mit denen man externe Daten innerhalb von Salesforce lesend verwenden kann. Im Moment können solche externen Daten noch nicht in Beziehung zu „normalen“ Salesforce-Objekten gesetzt werden. Aber was jetzt nicht ist, kann ja noch werden[1].

Keynotes

Ein Highlight der Dreamforce sind die Keynotes, vor allem die von Salesforce-Gründer Marc Benioff. Nahezu alle Besucher wollten sich dieses Spektakel ansehen, und so konnte es passieren, dass man schon zweieinhalb Stunden vor Beginn in einer ellenlangen Schlange stand und darauf wartete, den riesigen Saal zu betreten. Die Bühne war dann nur noch zu erahnen, aber das war nicht unbedingt ein Problem, da überall große Leinwände hingen, auf die das Geschehen auf der Bühne live übertragen wurde. Marc Benioff hat, neben seinen ganzen caritativen Bemühungen, als Hauptpunkt die Salesforce 1-Plattform vorgestellt. Salesforce 1 ist eine Plattform, die mobile App-Entwicklung und -Auslieferung erleichtern soll und diverse APIs zur Salesforce-Integration mitbringt. Die APIs erlauben es, über SOAP- oder REST-basierte Schnittstellen auf Salesforce-Produkte wie Sales und Service Cloud, Chatter, Marketing Cloud oder allgemein auf die Force.com-Plattform zuzugreifen. Ein schöner Showcase aus der Keynote zeigte zum Beispiel, wie man seine mit Google Glass ausgestatteten Außendienstmitarbeiter bestmöglich unterstützen und beim Kunden einsetzen kann. Wer sich selbst ein Meinung über die Keynote bilden möchte, kann sich diese unter http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=j6ueRQBfRPQ ansehen.

Auch die anderen Keynotes waren interessant. So war zum Beispiel auch Yahoo-CEO Marissa Mayer zu einem Kamingespräch mit Marc Benioff geladen und plauderte über ihre Arbeit bei Yahoo. Hier war der Andrang nicht ganz so groß und man konnte einen Sitzplatz weiter vorne ergattern. Vielleicht waren aber einfach viele Besucher auch noch müde von der Dreamforce-Gala, die am Vorabend im AT&T-Park stattgefunden hatte und aus einem Konzert von Blondie und Green Day bestand.

Es gäbe noch vieles mehr zu berichten von der Dreamforce 2013, doch das würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Aber vielleicht hat dieser kleine Einblick ja dem einen oder anderen Lust gemacht, die Dreamforce einmal mit den eigenen Augen zu sehen. Wenn ja, dann habe ich zum Abschluss noch ein paar Tipps für den Besuch der Salesforce-Konferenz:

Dreamforce Tipps

  • Das Smartphone oder Tablett wird euer bester Freund sein. Leider wird der Akku durch die häufige Benutzung schnell schlappmachen und ihr müsst mit Ladegeräten oder BatteryExtendern vorsorgen.
  • Ihr solltet frühzeitig Sessions buchen oder zumindest bookmarken, sonst muss man während der Dreamforce ständig seine nächsten Vorträge planen.
  • Die eigene Agenda auszudrucken oder als PDF auf dem Smartphone zu speichern ist eine super Idee. Es gibt zwar ein freies WLAN-Netz und man kann normalerweise über die Dreamforce-App seine Agenda einsehen, aber aufgrund der vielen Besucher ist das Netz immer wieder mal überlastet.
  • Bei der Essensausgabe lohnt es sich, auf Nebenschauplätze ausweichen. Das hat den Vorteil, dass man zum einen schneller an sein Essen kommt und zum anderen auch größere Portionen bekommt. Und ausreichend Essen ist auf der Dreamforce wichtig, schließlich will man von diesem riesigen Event so viel wie möglich mitnehmen und nicht auf halber Strecke schlappmachen.

Die Dreamforce ist auf alle Fälle ein Erlebnis. Aber auch die Informationen über neue Techniken und Best Practises geben jedem Entwickler neue Denkanstöße. Gerade wenn man, wie ich, nach neuen Methoden für die Salesforce-Integration sucht und diese mit seinen eigenen Ideen verknüpfen kann. So könnte die vorhin angesprochene Verwendung von externen Objekten in Verbindung mit einem OData-Connector eine wichtige Rolle beim nächsten Salesforce-Projekt spielen, um z.B. Geschäftslogik auszulagern und Speicherplatz in Salesforce zu sparen.

Quellen:

  [1]Hier sei auf das SafeHarbor-Statement von Salesforce verwiesen: http://www.salesforce.com/company/investor/safe-harbor.jsp